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Elterngeld: Was der Staat dir nach der Geburt zahlt

Du bekommst ein Kind in Deutschland? Der Staat zahlt dir bis zu 1.800 Euro im Monat, damit du zu Hause bei deinem Kind sein kannst. Nutze unseren kostenlosen Rechner und sieh deine persönliche Schätzung.

Marijke Reed
Marijke Reed
Aktualisiert am Juni 2026 · 7 Min. Lesezeit

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Deutschland zahlt Eltern bis zu 1.800 Euro im Monat für die Betreuung ihres Neugeborenen
  • Du brauchst keine deutsche Staatsbürgerschaft. Die meisten Aufenthaltstitel berechtigen.
  • Beide Eltern teilen sich bis zu 14 Monate Elterngeld
  • Du darfst weiter in Teilzeit arbeiten (bis zu 32 Stunden pro Woche) und bekommst es trotzdem
  • Nutze unseren kostenlosen Rechner und sieh deine persönliche Schätzung in Sekunden

Was ist Elterngeld?

Elterngeld ist eine Leistung des deutschen Staates, die 65 bis 67% deines Nettoeinkommens für bis zu 14 Monate nach der Geburt deines Kindes ersetzt. Jeder Elternteil mit Wohnsitz in Deutschland kann zwischen 300 und 1.800 Euro im Monat bekommen, unabhängig von der Staatsangehörigkeit (§2 BEEG).

Die Idee ist einfach: Du sollst dich nicht zwischen deinem Einkommen und Zeit mit deinem Neugeborenen entscheiden müssen.

Es gibt zwei verwandte, aber unterschiedliche Dinge, von denen du hören wirst:

  • Elterngeld = das Geld, das du vom Staat bekommst
  • Elternzeit = die Auszeit vom Job, die dein Arbeitgeber dir geben muss (bis zu 3 Jahre, arbeitsplatzgeschützt)

Die meisten Eltern nutzen beides zusammen: Sie nehmen Elternzeit (die Auszeit) und beziehen in dieser Zeit Elterngeld (das Geld).

Du kannst schon vor der Geburt planen. Viele Eltern bereiten ihren Antrag während der Schwangerschaft vor und reichen ihn direkt nach der Geburt ein.

Wie viel Elterngeld bekommst du?

Die Höhe hängt davon ab, was du vor der Geburt deines Kindes verdient hast. Nach den aktuellen Regeln für 2026 schaut der Staat auf dein durchschnittliches Nettogehalt in den 12 Monaten vor der Geburt (den Bemessungszeitraum) und ersetzt davon einen Prozentsatz:

  • Wenn du mehr als 1.240 Euro netto im Monat verdient hast: Du bekommst 65%
  • Wenn du 1.000 bis 1.240 Euro netto im Monat verdient hast: Du bekommst 67%
  • Wenn du weniger als 1.000 Euro netto im Monat verdient hast: Du bekommst bis zu 100%

Es gibt eine Unter- und eine Obergrenze: Jeder Elternteil bekommt mindestens 300 Euro im Monat, auch ganz ohne vorheriges Einkommen (§2 Abs. 4 BEEG). Der Höchstbetrag liegt bei 1.800 Euro im Monat, egal wie hoch dein Gehalt war.

Angenommen, du hast vor der Geburt 3.000 Euro netto im Monat verdient:
Der Staat ersetzt 65% = 1.950 Euro
Gedeckelt ist das aber bei 1.800 Euro im Monat
Über 12 Monate sind das 21.600 Euro insgesamt
Probier den Rechner oben aus und sieh deine persönliche Elterngeld-Höhe sofort. Gib einfach dein Nettoeinkommen ein, und er zeigt dir Basiselterngeld und ElterngeldPlus.

Welche 12 Monate zählen?

Der Bemessungszeitraum sind in der Regel die 12 Kalendermonate vor der Geburt. Aber Monate im Mutterschutz werden ausgeklammert und durch frühere Monate ersetzt. Wenn du schwangerschaftsbedingtes Krankengeld bezogen hast oder dein Einkommen wegen der Schwangerschaft eingebrochen ist, können auch diese Monate ausgeklammert werden. Nutze das Tool, um genau zu sehen, welche Monate bei dir zählen.

Tipp zur Steuerklasse: Wenn du verheiratet bist, kann ein Wechsel in Steuerklasse 3 vor Beginn des Bemessungszeitraums dein Elterngeld deutlich erhöhen. Das höhere Nettoeinkommen in Klasse 3 bedeutet einen höheren Ersatzbetrag. Der Wechsel muss mindestens 6 Monate vor Beginn des Bemessungszeitraums erfolgen, damit er wirkt.

Die drei Varianten des Elterngeldes

Hier wird es spannend. Deutschland bietet nicht nur eine pauschale Zahlung. Du kannst zwischen drei Varianten wählen, und die richtige Wahl kann deiner Familie tausende Euro mehr bringen.

Die Kurzfassung: Wenn du in Vollzeit zu Hause bleibst, nimm Basiselterngeld. Wenn du in Teilzeit arbeiten willst, zahlt ElterngeldPlus insgesamt oft mehr. Du kannst beides auch mischen.

How the three types compare

Basiselterngeld12 mo€300 – €1,800/moElterngeldPlus24 mo€150 – €900/moBonus4 mo+2–4 months each, 24–32h/week

Habe ich als Expat Anspruch?

Das ist die Frage, die die meisten Expats zuerst stellen. Die kurze Antwort: Du brauchst keine deutsche Staatsbürgerschaft. Aber ein paar Voraussetzungen solltest du prüfen.

Vier Grundvoraussetzungen musst du erfüllen:

  • Du lebst in Deutschland (du bist an einer deutschen Adresse gemeldet)
  • Du lebst mit deinem Kind im selben Haushalt
  • Du betreust dein Kind selbst
  • Du arbeitest während des Bezugszeitraums nicht mehr als 32 Stunden pro Woche

Zum Aufenthaltstitel: Die Blaue Karte EU, jeder Aufenthaltstitel, der eine Erwerbstätigkeit erlaubt, die EU-/EWR-/Schweizer Freizügigkeit und die Niederlassungserlaubnis berechtigen alle. Auch die meisten gängigen Arbeitstitel (Aufenthaltserlaubnis) funktionieren.

Eine Sache, auf die du achten solltest: Wenn euer gemeinsames Haushaltseinkommen über 175.000 Euro pro Jahr liegt (zu versteuerndes Einkommen, §1 Abs. 8 BEEG), entfällt der Anspruch. Das gilt für Geburten ab April 2025.

So beantragst du Elterngeld

Der Antrag kann einschüchternd wirken, vor allem weil die offiziellen Formulare auf Deutsch sind. Unser Schritt-für-Schritt-Guide führt dich durch alles: Er prüft deinen Anspruch, berechnet deine Höhe und erstellt ein vorausgefülltes Antrags-PDF mit 23 Seiten, das du direkt einreichen kannst.

  • Wann was zu tun ist:
  • Während der Schwangerschaft: Unterlagen sammeln und ausfüllen, was schon geht
  • Nach der Geburt: Geburtsurkunde ergänzen und alles einreichen
  • Rechne mit 4 bis 8 Wochen Bearbeitungszeit

Wichtige Frist: Elterngeld wird nur 3 Monate rückwirkend gezahlt. Wenn du erst im 5. Monat nach der Geburt einen Antrag stellst, verlierst du Monat 1. Beantrage es also so früh wie möglich.

  • Unterlagen, die du brauchst:
  • Geburtsurkunde (bekommst du nach der Geburt vom Standesamt)
  • Deine letzten 12 Gehaltsabrechnungen
  • Eine Bescheinigung deines Arbeitgebers über deine geplanten Arbeitszeiten
  • Personalausweis oder Reisepass
  • Steuer-IDs für dich und dein Kind

Wann kommt das Geld? Nach Bewilligung deines Antrags bekommst du dein Elterngeld monatlich, meist um die Monatsmitte. Die erste Zahlung ist rückwirkend und deckt alle Monate von der Geburt bis zur Bewilligung ab. Die meisten Eltern sehen ihre erste Zahlung 6 bis 10 Wochen nach Einreichung eines vollständigen Antrags.

Darfst du während des Elterngeldes arbeiten?

Ja. Viele Eltern gehen in Teilzeit zurück zur Arbeit und beziehen weiter Elterngeld. Die Regel ist einfach: Bleib unter 32 Stunden pro Woche.

Teilzeitarbeit verringert deine monatliche Zahlung, aber dein Gesamteinkommen (Gehalt + Elterngeld) ist immer höher als Elterngeld allein. Und hier kommen die Varianten ins Spiel:

  • Bleibst du in Vollzeit zu Hause? Basiselterngeld gibt dir den höchsten Monatsbetrag
  • Gehst du in Teilzeit zurück? ElterngeldPlus ergibt insgesamt oft mehr Geld, weil es begrenzt, wie stark deine Zahlung gekürzt wird
  • Beide Eltern arbeiten 24 bis 32 Stunden? Dann schaltet ihr den Partnerschaftsbonus frei: 2 bis 4 zusätzliche Monate pro Elternteil
Wenn du selbstständig bist, freiberuflich arbeitest oder einen Minijob hast, gilt dieselbe 32-Stunden-Regel. Die Stunden aus all deinen Tätigkeiten werden zusammengezählt.

So teilst du die Monate zwischen den Eltern auf

Du und dein Partner teilt euch ein Budget von 14 Basiselterngeld-Monaten. Wie ihr sie aufteilt, ist eure Sache, mit ein paar Regeln:

  • Ein Elternteil kann höchstens 12 Monate allein nehmen
  • Der andere Elternteil muss mindestens 2 Monate nehmen (die sogenannten Partnermonate), um die vollen 14 freizuschalten
  • Ihr könnt die Monate gleichzeitig oder nacheinander nehmen

Die beliebteste Aufteilung ist 12 + 2: Ein Elternteil nimmt 12 Monate, der andere 2. Manche Familien bevorzugen aber eine gleiche Aufteilung (7 + 7) oder sind in den ersten Monaten beide gleichzeitig zu Hause.

Hier macht ElterngeldPlus es flexibel: Jeder Basiselterngeld-Monat kann in 2 ElterngeldPlus-Monate umgewandelt werden. So lässt sich dein 14-Monats-Budget über 28 Kalendermonate strecken, wenn du nur Plus wählst.

Popular splits: 14-month budget

12 + 21234567891011121314Parent A (12 mo)Parent B (2 mo)7 + 71234567891011121314Parent A (7 mo)Parent B (7 mo)

Boni und besondere Situationen

Je nach Familiensituation bekommst du womöglich mehr als den Grundbetrag:

  • Zwillinge oder Drillinge? Du erhältst 300 Euro extra pro Monat für jedes weitere Kind (Mehrlingszuschlag). Bei Drillingen sind das +600 Euro im Monat zusätzlich zu deinem regulären Elterngeld.
  • Schon ein kleines Kind im Haushalt? Hast du zwei Kinder unter 3 Jahren oder drei oder mehr Kinder unter 6 Jahren, bekommst du den Geschwisterbonus nach §2a Abs. 1 BEEG: 10% mehr, mindestens 75 Euro im Monat. Alle Kinder im Haushalt zählen mit.
  • Kind zu früh geboren? Bei einer Frühgeburt gibt es bis zu 4 zusätzliche Monate, je nachdem wie früh dein Kind kam.
  • Alleinerziehend? Du bekommst alle 14 Monate selbst, ohne Partnermonate. Du kannst sogar den Partnerschaftsbonus allein in Anspruch nehmen.
  • Noch im Studium? Gute Nachricht: Studienzeiten zählen nicht zur 32-Stunden-Grenze. Du kannst in Vollzeit studieren und Elterngeld beziehen.
  • Selbstständig oder freiberuflich? Du bist anspruchsberechtigt. Dein Einkommen wird anders berechnet (auf Basis deines letzten Steuerbescheids statt der Gehaltsabrechnungen), aber die Leistung funktioniert genauso.
MehrlingeGeschwisterbonusFrühgeburt
Zusatzbetrag+300 Euro/Monat je weiterem Kind+10%, mind. 75 Euro/MonatGleicher Satz
Wer hat AnspruchEltern von MehrlingenZwei Kinder unter 3 (oder drei unter 6)Kind 6+ Wochen zu früh geboren
DauerWie deine Elterngeld-MonateWie deine Elterngeld-MonateBis zu 4 zusätzliche Monate

Weitere Leistungen, die du kennen solltest

Elterngeld ist die größte finanzielle Leistung für frischgebackene Eltern, aber nicht die einzige. Hier sind die weiteren Leistungen, die du beantragen solltest:

  • Kindergeld: 250 Euro im Monat pro Kind, gezahlt bis zum 18. Geburtstag. Das ist völlig getrennt vom Elterngeld. Du bekommst beides. Beantrage es nach der Geburt bei der Familienkasse.
  • Mutterschaftsgeld: Wenn du angestellt bist, erhältst du während des Mutterschutz (6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt) dein volles Gehalt. Das zahlen Krankenkasse und Arbeitgeber. Es wird auf das Elterngeld angerechnet, aber unterm Strich verlierst du kein Geld.
  • Elternzeit: Dein Arbeitgeber muss dir deinen Arbeitsplatz bis zu 3 Jahre freihalten. Sie ist kostenlos zu nehmen, aber über deine Elterngeld-Monate hinaus unbezahlt.
  • Krankenversicherung: Bist du gesetzlich versichert (GKV), bleibt sie während der Elternzeit meist beitragsfrei. Bist du privat versichert (PKV), zahlst du deine Beiträge weiter.

Basierend auf dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) und den offiziellen Leitlinien des BMFSFJ (28. Auflage, Oktober 2025). Geprüft von Elterngeld Help, Juni 2026.

Finde genau heraus, was du bekommst

Unser kostenloser Guide prüft deinen Anspruch, berechnet deine persönliche Höhe und hilft dir, deine Monate zu planen. Schritt für Schritt.

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