Vergiss komplizierte Online-Rechner. Mit fünf Fragen entscheidest du die Strategie. Erstens: wie viele Basis-Monate hat eure Familie (Standard: 14 für Paare, 14 für Alleinerziehende, plus Frühgeburts-Boni und Geschwister-/Mehrlingszuschläge). Zweitens: wer von euch will wie lange zu Hause bleiben (Wochen pro Person, Zeitfenster festlegen). Drittens: in welchen Monaten wird gearbeitet, in welchen nicht (Verdienst-Schätzung pro Lebensmonat). Viertens: ist ALG geplant oder droht es, und wenn ja, lässt es sich vor oder hinter den Elterngeld-Bezug legen, statt parallel. Fünftens: welche Variante (Basis, Plus, Bonus) liefert in jeder Phase das beste Verhältnis Cashflow zu Bezugsdauer. Faustregel für die meisten Familien: Vollzeit-Babyphase auf Basis, Teilzeit-Wiedereinstieg auf Plus, ALG nach Plus, nicht parallel. Wer das durchgängig optimiert, holt im Durchschnitt 2.000 bis 7.000 € mehr raus als die Standard-Aufteilung.
Ihr habt als Paar 14 Basis-Äquivalente (12 + 2 Partnermonate), die sich in 28 Plus-Monate aufteilen lassen. Plus Boni für Frühgeburt, Mehrlinge, Geschwister. Schreib das tatsächliche Gesamt-Budget oben auf den Plan. Ohne diese Zahl tippst du nur ins Blaue.
Klärt früh: wer bleibt wie lange am Stück daheim? Klassischer Schnitt: Mutter 12 Monate, Vater 2. Moderner: 8 + 6 oder voll geteilt. Hier zählt nicht Optimierung, sondern was zu eurer Lebenssituation passt. Schreibt einen Roh-Plan auf Papier, Monat für Monat.
Geht die Roh-Aufteilung jetzt Monat für Monat durch und wählt:
Wenn ein Elternteil arbeitslos wird oder werden könnte: ALG nicht parallel zu Elterngeld nehmen. ALG zählt als Entgeltersatzleistung und wird angerechnet, dein Elterngeld schrumpft auf den 150-€-Plus-Sockel. Stattdessen: erst Elterngeld voll ausnutzen, dann ALG. Mit der Agentur für Arbeit lässt sich das in der Regel klären, der Anspruch verfällt durch Elterngeld-Bezug nicht.
Antrag möglichst innerhalb der ersten zwei Wochen nach Geburt. Während des Bezugs kannst du noch flexibel umstellen (Plus → Basis sogar rückwirkend für bereits gezahlte Monate). Nutze diese Flexibilität, falls sich eure Lebenssituation ändert.
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